Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

Was kosten uns billige Lebensmittel? - Diskussion "Vom Acker auf den Teller" in Warendorf

Veranstaltungen

Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Wolfgang Stüker, Annette Watermann-Krass, Bernhard Burdick, Andreas Hornung

Diese wichtige Frage stellte SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass bei der Diskussionsveranstaltung „Vom Acker auf den Teller“ in Warendorf. Mit dem Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Kreisverbands Hermann-Josef Schulze-Zumloh, dem Lebensmittelexperten der Verbraucherzentrale NRW, Bernhard Burdick und ca. 25 Gästen diskutierte die Abgeordnete aktuelle Entwicklungen in Landwirtschaft, Lebensmittelmarkt und Verbraucherschutz.

Nach der Begrüßung durch den Warendorfer Ortsvereinsvorsitzenden Wolfgang Stüker erklärte Annette Watermann-Krass in einer kurzen Präsentation den Strukturwandel in der Landwirtschaft und machte die Bedeutung der Tierproduktion für die Wirtschaft in NRW und im Kreis Warendorf deutlich. Hermann Schulze-Zumloh betonte in seinem Eingangsstatement, dass eine zunehmende Entfremdung zwischen Verbraucherinnen und Verbrauchern und der Landwirtschaft zu beobachten sei, die Landwirtschaft jedoch bemüht sei, gegen diese Entfremdung an zu arbeiten. Dass die Intensivierung der Landwirtschaft Spuren in der Natur hinterlassen habe, sei auch den Landwirten bewusst und man wolle sich auch an Maßnahmen beteiligen, die zu mehr Umwelt- und Naturschutz beitrügen.

Bernhard Burdick erklärte im Anschluss, warum für die Verbraucherinnen und Verbraucher Transparenz in der Lebensmittelproduktion besonders wichtig ist und wie sie sich häufig durch irreführende Labels und Verkaufsstrategien hinters Licht geführt fühlten. Umfragen würden immer wieder zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bereits wären, wesentlich mehr für Lebensmittel wie zum Beispiel Fleisch zu bezahlen, wenn eindeutig nachverfolgbar wäre, woher das Produkt stammt und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde, so Burdick.

In der anschließenden Diskussion kritisierten Watermann-Krass und Burdick die vom Deutschen Bauernverband und dem Lebensmittelhandel ins Leben gerufene Aktion "Tierwohl". Hierbei sollen zukünftig Landwirte, die bestimmte Maßnahmen zur Verbesserung der Tierhaltung ergreifen (z.B. mehr Auslauf etc.), Geld aus einem gemeinsamen Fonds erhalten. Watermann-Krass machte deutlich, dass mehr Tierwohl anzustreben sei, jedoch sei bei dieser Aktion für die Verbaucherinnen und Verbraucher an der Ladentheke später nicht ersichtlich, welches Fleisch aus der verbesserten Tierhaltung kommt und welches nicht. Diese Intransparenz würde nicht zum Erfolg führen, bestätigte Burdick. Watermann-Krass wies darauf hin, dass der Schlachthof Vion in den Niederlanden ein vom Tierschtzverband zertifiziertes ein- und zwei-Sterne Modell für gute Tierhaltung nutze, das im Laden eindeutig erkennen ließe, ob die Produkte aus guter Haltung stammten. Die Schlachterei habe mittlerweile einen Marktanteil von 15 Prozent. Bernhard Burdick verwies auch auf den großen Erfolg der Kennzeichnungspflicht für Eier. Nach deren Einführung hätten Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich gemacht, dass sei keine Eier aus Käfighaltung wollten, so dass diese in der Frischei-Produktion in Europa heute keine Rolle mehr spiele. Ähnlich könne man es sich auch beim Fleisch vorstellen, so Burdick.

In der Debatte darum, ob die Verbraucherinnen und Verbraucher am Ende denn nun wirklich mehr bezahlen würden und ob Landwirtschaft und Handel es sich leisten könnten, auf die Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher einzugehen, stellte Annette Watermann-Krass die wichtige Frage: „Wie teuer kommen uns als Allgemeinheit billiges Fleisch am Ende zu stehen?“ Damit spielte die Abgeordnete auch auf Themen wie die Auswirkungen eines hohen Fleischkonsums auf die Umwelt an und gab so den Gästen zum Schluss der Veranstaltung etwas zum Nachdenken mit auf den Weg.

 
 

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