Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

Selbstbestimmt leben

Landespolitik

Rudolf Grothues, Klaus Kühn, Annette Watermann-Krass, Michael Scheffler, Bernhard Daldrup

SPD-Sozialexperte Michael Scheffler beim Sonntagsgespräch

"Aus dem noch von Herrn Rösler ausgerufenen Jahr der Pflege sind nicht einmal ein paar Stunden geblieben", mit dieser Kritik an der Pflegepolitik der Bundesregierung begann Michael Scheffler, SPD-Landtagsabgeordneter aus Iserlohn seinen Vortrag zur Zukunft der Pflege beim Sonntagsgespräch der SPD im Heinrich-Dormann-Zentrum in Beckum.

"Die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis Warendorf wächst von 6.200 pflegebedürftigen Personen im Jahre 2007 auf 8.500 im Jahre 2020 und auf 10.300 im Jahre 2030", zitierte der Sozialexperte der SPD-Landtagsfraktion die aktuellen Prognosen der Pflegebedürftigen im Kreis Warendorf. In NRW wachse die Zahl bis 2050 auf 1 Million Menschen an.

Diese Zahlen machten deutlich, so Michael Scheffler, dass die Pflegepolitik nicht nur mehr finanzielle Mittel brauche, sondern auch andere Konzepte, wie die damit verbundenen Aufgaben gelöst werden können. In Übereinstimmung mit dem SPD-Bundestagskandidat Bernhard Daldrup lehnte Scheffler Lösungen ab, die, wie der sogenannte "Pfleg-Bahr", eine Privatisierung des Pflegerisikos wollen.

Scheffler erklärte, dass bereits der Pflegebegriff neu definiert werden müsse. "Wir müssen weg von der 'Minutenpflege' hin zu einem Konzept kommen, dass ganzheitlich die notwendige Zeit der Pflege betrachte. Diese Arbeit sei als Grundlage für eine neue Pflegepolitik fachlich längst erfolgt, werde aber von der Bundesregierung nicht bearbeitet, sondern in Kommissionen verschoben.

Wichtig sei auch eine gute Pflegeberatung durch Pflegstützpunkte vor Ort, wie sie noch von der damaligen Ministerin Ulla Schmidt eingeführt worden seien. Neben einer verbesserten Pflege in Einrichtungen müsse es sehr viel mehr darauf ankommen, dass die Menschen so lange es geht selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Er wies darauf hin, dass die SPD in NRW gemeinsam mit der Landesregierung eine pflegebezogene Quartiersentwicklung mit Netzwerken gemeinsamer Hilfe fördern wolle. Deutlich sprach sich Scheffler auch für eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf aus. Bernhard Daldrup verwies auf das Pflegekonzept der SPD-Bundestagsfraktion.

In der Debatte mit den Besuchern der Veranstaltung spielten auch die Fragen der Finanzierung und Qualifizierung der Pflege eine Rolle. Michael Scheffler forderte von Pflegekassen eine stärkere Finanzierung der Kosten für die ambulante Pflege. "Wenn wir die Menschen in ihren Wohnquartieren halten wollen, müssen die Pflegekassen die Kosten realistisch erstatten", so der SPD-Landtagsabgeordnete. Eine erste positive Bilanz zog er zur Ausbildungsumlage in der Pflege: Die Ausbildung werde deutlich ausgeweitet, allerdings müsse das Land diesen zusätzlichen Bedarf auch anteilig finanzieren, eine Aussage, die auch die Unterstützung der heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass fand.

Zahlreiche weitere Fragen, die sich insbesondere um die Frage drehten, wie die Pflegebedürftigen in ihren wohnquartieren bleiben können, wurden in der weiteren Diskussion behandelt.

"Für uns war es eine sehr informationsreiche Veranstaltung", kommentierte Werner Haverkemper für die Arbeitsgemeinschaft 60+ das Sonntagsgespräch und auch SPD-Ortsvereinsvorsitzender Rudolf Grothues wies darauf hin, dass die Fragen einer zukunftsorientierten Pflegepolitik in der Stadt Beckum intensiv diskutiert würden.

Abschließend ließ sich Michael Scheffler, der auch Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen ist, das Heinrich-Dormann Zentrum von seinem Leiter, Klaus Kühn zeigen.

 

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