Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

Jeder trägt etwas bei - Tatkraft-Praktikum in den Freckenhorster Werkstätten

Gesellschaft

Annette Watermann-Krass, Markus Barkholdt, Bernd Lüttel

Bei ihrem diesjährigen Tatkraft-Praktikum arbeitete Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass einen Tag lang in der Arbeitsgruppe für Wachsschalenherstellung in den Freckenhorster Werkstätten in Ahlen mit. Jedes Jahr nutzt die Abgeordnete die Sommerpause für ein Tages-Praktikum in einem Betrieb in ihrem Wahlkreis. „Das gibt mir die Möglichkeit, mir die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen und mit den dort arbeitenden Menschen ins Gespräch zu kommen. So kann ich Erfahrungen aus der Praxis in meine politische Arbeit einfließen lassen und erfahre, was die Menschen in den Betrieben beschäftigt“, erklärt Watermann-Krass das Konzept.

Der Praktikumstag in den Freckenhorster Werkstätten beginnt um halb acht. Zweigstellen-Leiter Bernd Lüttel begrüßte zunächst die Abgeordnete um sie anschließend zur Gruppenleiterin Inge Ossenbrink zu begleiten, die die Gruppe betreut, in der die Wachsschalen hergestellt werden. Die Landtagsabgeordnete wurde in die Arbeitsschritte eingewiesen und arbeitete anschließend Seite an Seite mit den anderen Beschäftigten.

Die Aufgabenverteilung unter den Beschäftigten gefiel ihr besonders: „Jeder arbeitet hier seinen Fähigkeiten entsprechend mit und ist damit Teil des Ganzen.“ Annette Watermann-Krass erinnert sich an diese Form der Anerkennung und Wertschätzung eines jeden Beitrags noch aus ihrer Kindheit: Auch auf dem Bauernhof arbeiteten alle mit und so leisteten Kinder und Alte ihren Beitrag genauso wie alle anderen. „Von der Selbstverständlichkeit mit der diese Gemeinsamkeit gelebt wurde sind wir leider heute noch weit entfernt“, machte Watermann-Krass im Anschluss an ihren Praktikumstag deutlich, „Wir hinken stark hinterher was die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt betrifft. Der Fokus bei diesem Thema liegt häufig auf der Schule, aber wir müssen uns auch fragen, was eigentlich danach kommt.“ So sei der Kreis Warendorf mit nur einem Integrationsbetrieb (Hof Lohmann) noch nicht so weit gekommen wie andere Kreise und Städte. Und auch die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in Unternehmen des regulären Arbeitsmarktes sei schwierig. „Oftmals ist hier die Mobilität ein Problem“, erklärt Bernd Lüttel, „Einerseits ist der ÖPNV nicht immer barrierefrei und so zum Beispiel für Menschen im Rollstuhl nicht nutzbar, andererseits können Menschen mit geistiger Behinderung selten lange Arbeitswege zurücklegen, unabhängig davon ob es eine Busverbindung gibt oder nicht.“

„Aber diese Menschen können arbeiten – das wird nach dem Tag in der Werkstatt nochmal sehr deutlich“, stellt Watermann-Krass fest, „wir müssen aber unsere Schere im Kopf beseitigen. Erst dann ist wahre Inklusion möglich.“ Unternehmen müssten den ganzen Menschen sehen und sich mehr öffnen, aber auch die Politik trage Verantwortung dafür, dass der Wechsel von einer Behindertenwerkstatt in den regulären Arbeitsmarkt gelingen könne.

Die Freckenhorster Werkstätten beschäftigen etwa 1450 Menschen an sieben Standorten im Kreis Warendorf. In der Zweigstelle Ahlen arbeiten täglich 190 Beschäftigte.

 
 

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