Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

Integration muss konkret sein

Integration

„Wie kann die Integration im Bildungssektor und bei der frühkindlichen Bildung verbessert werden?“ Konkrete Antworten diskutierte der SPD-Arbeitskreis „Migration und Integration“ am vergangenen Freitag im Begegnungszentrum der DITIB- Gemeinde in Ahlen.

Annette Watermann-Krass, die gemeinsam mit Gabi Duhme und Bernhard Daldrup zahlreiche Mitglieder des Arbeitskrieses begrüßen konnte, stellte einige Kernthesen des Integrationsberichtes des Kreises Warendorf vor. Insbesondere die Quoten der Schulabschlüsse zeigten die Defizite der Integration auf.

Veli Cubukcu, begrüßte als Vorsitzender der DITIB-Gemeinde die Teilnehmer des SPD-Arbeitskreises im neuen Begegnungszentrum in direkter Nachbarschaft zur Moschee. Sein Stellvertreter, Ilkay Damismaz, forderte die Anwesenden zu einer offenen Aussprache über Defizite der Integration im Bildungsbereich auf.

Konkret wurde es durch den Bericht der Leiterin des Kindergartens am Wetterweg in Ahlen, Frau Ingrid Woeste. Sie berichtete von den Eingangsschwierigkeiten von Eltern und Kindern in einer Einrichtung, die einen Migrantenanteil von über 90 Prozent habe. Unzureichende Kenntnisse der Muttersprache erschwerten das Erlernen der deutschen Sprache. Schon die familiäre Erziehung sei zu wenig auf das Erlernen von Grundfertigkeiten angelegt, die im Kindergarten nachgeholt werden müssten.

Deshalb könne die Erziehung im Kindergarten nur erfolgreich sein, wenn es auch zur Qualifizierung und Sprachförderung der Eltern komme. Birsen Budumlu, seit 34 Jahren Lehrerin an der Diesterwegschule, bedankte sich für die gute Vorarbeit des Kindergartens und forderte, die Eltern in den Kindergarten stärker einzubeziehen und zu fordern. Jeweils zwei oder drei Eltern sollten in einer Gruppe mit den Erzieherinnen das Frühstück der Kinder begleiten. „Sie müssen wissen, wie das geht“, lautete die einfache Erklärung für ihren Vorschlag.

Nuray Kütük vom „Schule und Familienverein Ahlen“ regte an, Mitglieder ihres Vereins als Vermittler zu nutzen, wenn es um Konflikte mit Eltern gehe. Zuvor hatte Frau Woeste auch einige Hinweise zur Gewalt in den Ehen, aber auch gegenüber Kindern und Einrichtungen berichtet.

Von anderen Erfahrungen berichtete Monika Tussing, Leiterin der AWO-Kita in Warendorf, in der die Kinder einen anderen, zumeist osteuropäischen Migrationshintergrund haben. Sehr deutlich wurde in der Diskussion, dass der allgemeine Bildungsstand der Familien von großer Bedeutung für die Integration ist und der kulturelle Hintergrund ein weiterer Aspekt. In die gleiche Richtung gingen auch die Diskussionsbeiträge der Vertreter des Integrationsrates Beckum, die zum Arbeitskreis gehören.

Man brauche im Kreis Warendorf auch Elternschulen, um die Familien bildungsferner Schichten besser auf ihre Erziehungsaufgaben vorzubereiten. Es seien genug Personen vorhanden, die über Qualifizierungen im „Rendsburger Elterntraining“ verfügten und dafür gewonnen werden könnten, erklärten übereinstimmend die Erzieherinnen und forderten entsprechende Unterstützung seitens der Politik. Hinzu kommen müssten allerdings weitere Personen, die über entsprechende Sprachkenntnisse verfügten.

Ein weiterer erfolgreicher Baustein zur Integration sei das so genannte „Rucksack-Projekt“, für das der Kindergarten am Wetterweg ausgezeichnet worden ist. Ingrid Woeste stellte dar, wie in einem gemeinsamen Prozess über mehrere Monate Eltern und Kindergarten Erziehungsaufgaben sowohl muttersprachlich als auch in deutscher Sprache übernähmen. Auch dieses Projekt werde von den Betroffenen gerne angenommen und werde mit großem Erfolg durchgeführt.

Annette Watermann-Krass zeigte sich sehr erfreut über die konstruktiven Vorschläge an dem Abend. Gabi Duhme sagte als Mitglied des Integrationsrates Ahlen zu, die Forderungen bei denen die Stadt über den Integrationsrat oder den Jugendhilfeausschuss helfen könne, aufzugreifen. Bernhard Daldrup kündigte gemeinsam mit den beiden SPD-Frauen an, dass die SPD im Kreis Warendorf im November dieses Jahres einen Parteitag zu Fragen der Migrations- und Integrationspolitik durchführen werde. Seitens der SPD sei dazu die neue Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Zülfiye Kaykin eingeladen worden.

 

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