Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

Erste Landtagsrede in der 16. Legislaturperiode

Landespolitik

Am 13. Dezember 2012 hielt Annette Watermann Krass ihre erste Rede in der laufenden Legislaturperiode zum Antrag der FDP-Fraktion „Rot-grüne Landesregierung darf Weihnachtsbaumtradition in NRW nicht gefährden.“ Hier können Sie den gesamten Text der Rede lesen.

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

worum geht es?
Weihnachten steht vor der Tür und ein Baum muss beschafft werden. Im Antrag der FDP wird von Brauchtum und Tradition gesprochen. Das ist schön und richtig.

Ob allerdings die Mehrzahl der Menschen bei einem nahegelegenen Bauernhof ihren Baum aussucht und dort im Wald selber schlägt, muss doch anhand der Umsatzzahlen bezweifelt werden. Ist es nicht eher der Baumarkt oder das Gartencenter, wo ein Weihnachtsbaum zum Schnäppchenpreis erworben wird?

Die Zahlen sind schon imposant: 26 Mio. Weihnachtsbäume werden jährlich in Deutschland verkauft. Jeder zweite Baum kommt dabei aus dem Sauerland. Aus NRW. NRW hat dafür 18.000 ha land- und forstwirtschaftliche Flächen um Weihnachtsbäume zu anzubauen. Nach dem Sturm Kyrill haben sich die Anbauflächen auf Waldflächen verdoppelt, auf jetzt 4000 ha. Wer durchs Sauerland fährt sieht die riesigen Flächen, auf denen in den nächsten Jahren unsere Bäume zu Weihnachten geerntet werden sollen. In ihrem Antrag gehen sie in einem Nebensatz darauf ein. Es gebe ein lokales Problem im Sauerland.

Der Ort heißt Bestwig und dort haben sich ab 2007 Menschen zusammen getan in einer Bürgerinitiative „Giftfreies Sauerland“. Dort ist eben nicht die romantische Waldidylle mit Weihnachtsbäumen zu erleben sondern eine Plantagenwirtschaft, die möglichst kostengünstig Bäume produziert. Das heißt ein enormer Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. In Bestwig zum Teil in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Ganz klar: das Sauerland hat mehr zu bieten als Plantagenwirtschaft für Weihnachtsbäume. Diese Art von Monokulturanbau beeinträchtigt den Naturhaushalt enorm und durch den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln kommt es zu einer deutlichen Belastung des Bodens und des Grundwassers. Erinnert sei an den PFT Fall!
Wenn Bäume mit Ballen geerntet werden, ist der Bodenverlusten auf diesen Flächen groß und für viele Pflanzen und Tiere geht dabei der Lebensraum verloren.

Rein rechtlich gelten diese Plantagen, wenn sie auf Waldflächen liegen als Wald im Sinne unseres Landesforstgesetzes. Können ohne Genehmigung entstehen. Jede andere Anlage auf Ackerflächen unterliegt einer Umwandlungsgenehmigung. Aus unserer Sicht besteht daher Handlungsbedarf, weil es bisher keinerlei Instrumente gibt, das unkontrollierte Wachstum von Monokulturen auf früheren natürlichen Waldflächen in irgendeiner Form zu steuern. Deshalb gibt es dazu auch eine klare Aussage in unserem Koalitionsvertrag. Entsprechende Änderung im Landesforstgesetz. Wann und wie dieses geschehen soll, werden wir im nächsten Jahr überlegen, ich bin mir aber sicher, wir werden zu einer praktikablen Lösung kommen.
In NRW sollten wir, wie in etlichen anderen Bundesländern auch, den Anbau von Weihnachtsbaumkulturen im großen Stil, im Wald nur mit Genehmigung erlauben. Ich hoffe wir werden Sie meine Damen und Herren der FDP im Ausschuss auch davon überzeugen können. Die nächste Sitzung wird im neuen Jahr sein, Weihnachten ist dann vorbei und da wird der Baum eher ein Entsorgungsproblem sein.

Zum Schluss: Bei dem riesigen Angebot von Weihnachtsbäumen in NRW wird es auch in den nächsten Jahren möglich sein, der Tradition gerecht zu werden und einen Weihnachtsbaum aus NRW zu erwerben.
Die Auswahl ist so groß, dass es der CDU Fraktion sogar gelungen ist, in diesem Jahr einen Baum mit Doppelspitze im Landtag aufzustellen.

Der Antrag der FDP-Fraktion ist hier nachzulesen.

 
 

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