Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

Ein Geschäft mit der Armut

Finanzen

Annette Watermann-Krass informiert sich bei der Verbraucherzentrale über Schuldnerberatung

 

„NRW hat eines der laschesten Gesetze, was den Bereich Schuldnerberatung angeht“, findet Pamela Wellmann, Gruppenleiterin im Bereich Verbraucherfinanzen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Es gibt keine Handhabe gegen unseriöse Berater, weil nichts im Gesetz verankert ist.“ Umso besser, dass die Verbraucherzentrale nun die in Ahlen ansässige Firma Lugano Finanz abmahnen konnte. Schon unzählige Leute aus dem Wahlkreis der Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass sind dieser Firma auf den Leim gegangen. Watermann-Krass besuchte jetzt die Verbraucherzentrale in Ahlen, um sich über die Themen Schuldner- und Insolvenzberatung zu informieren und erfuhr von zahlreichen Fällen, in denen Menschen aus dem Kreis Warendorf finanziell dreist ausgebeutet wurden – und zwar ohne rechtliche Grundlage.

Bei der Verbraucherzentrale in Ahlen erhält man zu den Geschäftszeiten sämtliche Basisangebote zur Existenzsicherung. Für Hartz IV-Empfänger und alle, die aus dem Raster fallen, ist dieses Angebot kostenlos. Anne Schulze Wintzler, Leiterin der Verbraucherzentrale in Ahlen, richtete den Wunsch nach einem flächendeckenden Zugang zu einer gemeinnützigen Schuldner- und Insolvenzberatung an Annette Watermann-Krass. Viele SGB-II-Empfänger müssen zwingend zur Schuldnerberatung nach Beckum und sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, die sie sich aber nicht leisten können. 

Ein weiteres Problem bieten die sogenannten Massen-Inkasso-Unternehmen, die oft unseriös und einfach viel zu teuer seien, so Anne Schulze Wintzler. „Die Rechnungen sind oft sehr fantasiereich. Inkasso-Unternehmen sind oft viermal so teuer wie ein Anwalt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Hausbesuche wieder zunehmen.“ Jegliche Druckausübung, wie eben Hausbesuche, fällt unter Nötigung und die ist verboten. Ein Beispiel dafür ist ein junger Sendenhorster, der ein Abo bei dem Musikanbieter Spotify abgeschlossen hatte und nicht zahlen konnte. 9,99 Euro war der ausstehende Betrag – 200,80 Euro sollte der minderjährige Mann dem Anwalt schließlich zahlen.

Der Wunsch an die Landtagsabgeordnete war, dass gesetzliche Änderungen in den Bereichen der unseriösen Kreditvermittlung, Inkassoforderungen und Pfändungsschutz vorgenommen werden und vor allem eine Qualitätssicherung stattfindet. „Sanktionen im Gesetz sind wichtig“, erklärte Pamela Wellmann, damit man gegen diese Leute vorgehen könne. „Die Aussichten dafür sind gut“, so Watermann-Krass, die versprach, sich an die zuständigen Ausschüsse im Landtag zu wenden. „Das ist ein Geschäft mit der Armut, das hier gemacht wird und das geht so nicht.“

 

 
 

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