Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass

"Der Sache fehlt die Ernsthaftigkeit"

Regionalpolitik

Bernhard Daldrup, Sprecher der Münsterland SPD und Fraktionsvorsitzender im Regionalrat, äußert sich in einem Interview mit der Münsterschen Zeitung (16.07.) über das Treffen der Landräte im Münsterland.

Das gesamte Interview, das aus Platzgründen nicht vollständig veröffentlicht wurde, können Sie hier nachlesen.

MZ: Die Landräte wollen zusammenarbeiten. Ein gutes Zeichen für die Region?

Bernhard Daldrup:Die Landkreise gibt es nicht seit gestern. Warum tun sie's nicht schon längst? Warum nehmen sie die wichtigen anderen Akteure im Münsterland nicht mit? Es macht eher den Eindruck der Selbstinszenierung. Der Sache fehlt die Ernsthaftigkeit.

MZ: Vieles läuft gut im Münsterland, aber niemand außerhalb der Region weiß es. Wie kann man dies kommunizieren?

Wer behauptet eigentlich, dass es niemand weiß? Das Münsterland ist bekannt in Deutschland. Aber wodurch? Kommunikation und Marketing, die ein vorhandenes Bild verändern, erweitern, verbessern wollen, laufen nicht über Statistiken. Tausendfüßler, die nicht mit einem positiven Image und einem Bild verbunden sind, sind Weichtiere, die sich kaum jemand ins Regal stellt. Bei "Tatort" und "Wilsberg" denken vermutlich mehr Zuschauer an das Münsterland als bei den meisten anderen Aktionen.

MZ: Landesminister hatten das Münsterland abgewatscht: "Nicht jammern, sondern machen!" War diese Kritik von der Form und vom Inhalt her richtig?

Was im Münsterland nervt, ist Folgendes: Geht es um die Binnenbetrachtung oder um Werbung - sind wir die Top-Region. Geht es um Fördermittel - egal ob Kommunalfinanzen, Projekte, Landesförderung - sind wir die ewig Benachteiligten. Das ist durchsichtig, Abwatschen geht anders. Statt zu jammern, wäre Selbstbewusstsein für die Region zu entwickeln. Bedauerlich ist, dass diese Hinweise erst bemerkt werden, wenn sie von außen kommen.

MZ: Welche Rolle sollte der "Münsterland e.V." spielen?

Über die Arbeit des Münsterland e.V. kann man streiten - das ist nicht einmal schädlich. Voraussetzung für die Wirksamkeit eines solchen Vereins ist, dass er ernst genommen wird.Wenn der Verein in der Münsterlandkonferenz berichten und das Auditorium schlagartig halbleer wird, fehlt es offenbar an der Ernsthaftigkeit.

MZ: Es gibt doch schon eine "Münsterlandkonferenz" als Einrichtung des Regionalrates. Doch von dieser Konferenz hat man nie etwas vernommen. Wer hat hier versagt?

Die Münsterlandkonferenz ist aus den Regionalkonferenzen entstanden, die im Zuge der "Zukunftsinitiativen" des Landes sehr wirksam und sehr wahrgenommen wurden. Als der Geldhahn des Landes nicht mehr floss, sank das Interesse. Die Chance, die Münsterlandkonferenz zu einem Forum des Diskurses über die Zukunft des Münsterlandes zu machen, wird nicht hinreichend erkannt.
Versagen wäre ein schwerwiegender Vorwurf. Aber die Führungsaufgabe - vor allem des Regierungspräsidenten - wird nicht wahrgenommen, die Bereitschaft jenseits eigener Zuständigkeiten mitzuwirken ist nicht gerade ausgeprägt.

MZ: Was können die Landräte besser als die glücklose Münsterlandkonferenz?

Sich selbst inszenieren. Natürlich haben sie nicht die Abstimmungsbedarfe und die Mühen der Konsensbildung. Im konkreten Fall ist aber nicht zu verstehen, warum sie eine "Marke Münsterland" präsentieren, ohne ein Wort darüber in der Münsterlandkonferenz zu verlieren, andere Akteure zu informieren und einzubeziehen. So funktioniert eine zukunftsorientierte Kooperation für eine Region nicht.

MZ: Wenn Sie mangelnde Ideen beklagen, was wären Ihrer Meinung nach die wichtigsten Projekte des Münsterlandes?

Erfolgreiche Projekte werden nicht mehr in Kubikmeter umbauten Raums gemessen. Leuchttürme sind zukunftsfähige Konzepte:
Die Region der regenerativen Energien und nachhaltiger Mobilität Die Region gesunder Ernährung und naturverträglicher Landwirtschaft Die Region von Wissenschaft und Forschung Die Region guter Arbeit und starker Wirtschaft.Ein solches Viereck definiert Lebensqualität nach innen und Anziehungskraft nach außen. Es kann um die bekannten Bilder des Münsterlandes angereichert werden.
Wichtiger sind die Entwicklungspfade, der Weg in die Zukunft.
Das ist kein Tausendfüßler. Ein solches Konzept ist in verschiedenen Ansätzen vorhanden, müsste aber sehr viel weiter entwickelt werden.

MZ: Und sollte man sie kommunizieren?

Ohne geht's nicht.
Aber nicht nach dem Muster: Seht her - wir sind es.
Sondern: Das ist unsere Idee - kommt zu uns, sie umzusetzen.

 

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